Katastrophe Ausbildungsmarkt
Katastrophe Ausbildungsmarkt
Von Thorsten Poremba
Seit rund zehn Jahren wird in den Medien permanent über den Arbeitsmarkt diskutiert.
Die Jünger der Hartz-Gesetze klopfen sich selbst auf die Schultern, ob ihres angeblichen Erfolges der gesunkenen Arbeitslosenzahlen. Verschwiegen wird hier ja, wie wir wissen, daß diese "tollen" neuen Jobs fast allesamt solcherart sind, daß kein Mensch von Ihnen leben kann (Minijobs, Midijobs, prekäre Beschäftigungsverhältnisse).
Ignoriert wird aber fatalerweise fast immer einer der wichtigsten Bereiche des Arbeitsmarktes; der Ausbildungsmarkt. Insbesondere die Bedingungen für Schüler ohne hohe Abschlüsse müssen uns am Herzen liegen! - Hauptschüler, und auch Absolventen von Sonderschulen. - Diese werden allesamt unterschätzt, mit fatalen Auswirkungen für Ihre Zukunft! - Das Image von Hauptschülern wird seit mindestens zwanzig Jahren fortwährend negativ dargestellt; ohne deren Schuld. - Ursachen sind eben besagte Unterschätzung, eben auch von einstellenden Firmen. Dazu kommt seit den 1980er Jahren die Praxis vieler Firmen, für ganz einfache Ausbildungsberufe, z.b. im handwerklichen Bereich, mindestens die Fachoberschulreife als Einstellungsvoraussetzung zu Verlangen, was unangemessen anspruchsvoll ist. Danach schloß die Durchführung von Einstellungstests an, in denen ebenso höhere Bildung abgefragt wird, die nichts mit dem angebotenen Ausbildungsberuf zu tun hat. Das setzt sich bis heute fort, führt zum überflüssigen Durchfallen der allermeisten Schüler mit einfachem Schulabschluß, und verbaut diesen unnötig ihre Zukunft. Das wird nach wie vor praktiziert.
Etwas neuer ist die Vorgehensweise, die jungen Leute probearbeiten zu lassen. Das wäre noch akzeptabel. - Allerdings wird jeder Handgriff der natürlich noch unerfahrenen Bewerber so beurteilt, als müssten sie schon längst wissen wie es geht, nach dem Motto : "Oh, wenn du noch etwas falschmachst, nehmen wir jemand anderen". - Eine groteske Art und Weise. - Noch hanebüchener ist die neueste Masche, den Bewerbern pseudopsychologische Fragen zu stellen, etwa nach ihrer Lieblingsfarbe, oder ihrem Lieblingsessen. Daraufhin werden dann abwegige Rückschlüsse auf deren charakterliche Eignung geschlossen. Auch Rollenspiele mit Testkunden werden durchgeführt. Mit oft verfehlter Beurteilung. Diese Praktiken sollten von unabhängiger Stelle wissenschaftlich untersucht, und deren Unsinn breit veröffentlicht werden! Das alles führt dazu, daß wenn man heute in eine Hauptschulabschlussklasse geht, und fragt: "Wer von euch hat einen Ausbildungsplatz gefunden?", so melden sich daraufhin im Schnitt 3 Leute(!!) - Eine deprimierende Bilanz.
Eine Förderung, um die Schüler in Ausbildungen zu bringen, ist unbedingt notwendig! Es ist von der Bundesregierung unbedingt zu fordern, ein irgendwie geartetes Ausbildungsförderungsprogramm aufzulegen. - Es kann und darf einem Land nicht egal sein, was mit seiner Jugend passiert!