Startseite | Inhalt | Forum | Kommentare | Kontakt | Partner | Gästebuch | Umfragen

FAQFAQ SuchenSuchen MitgliederlisteMitgliederliste BenutzergruppenBenutzergruppen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil
Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen LoginLogin

Ende vom Lied
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elaboratus.de Foren-Übersicht -> Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
M. Reinhardt
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.02.2006
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 17.12.2006, 19:15    Titel: Die Lüge von der Einheit Antworten mit Zitat

Lieber Friedrich,

das mit der „starken Gemeinde“ ist O.K. Dazu braucht man keine Partei. Und wichtig ist auch, worin die Stärke besteht. Eine „Gemeinde“, die nur „stark“ ist, wenn sie im Gleichschritt marschiert, ist von vorne herein keine Gemeinde sondern eine Armee. So kam ich damals auf den Begriff „sie führen Glaubenskriege um die Macht“ ... was man ja auch überall beobachten kann. Wie Du die Regierung „dahin bewegen“ willst, dass es allen gut gehen kann, ist mir schleierhaft. Fast alle Regierungen leben davon, dass sie uns etwas wegnehmen. Wie willst Du sie dazu zwingen, uns etwas zu geben? Das musstest Du genauer darstellen.

Bisher sehe ich keine Partei, die die Möglichkeit hat, in diesem Sinne etwas zu ändern. Sie sagen es alle. Sie KÖNNEN aber (in der Konkurrenz der Parteien unter einander) nur immer sich selber helfen. Darüber müssten wir noch länger diskutieren, warum sie nur DAS können.

Eine Partei, die einen „Auftrag vom Bürger erhält“, ist meistens eine Partei, von der die Bürger hoffen, die Partei nehme ihnen die lästige Arbeit des Verantwortung-Tragens ab. Das ist der faule Deal, den alle Stellvertreterparteien mit ihren Unterstützern haben: Das Fußvolk tut nichts und hofft auf die Stellvertreter, die ihrerseits auf die „Sachzwänge“ verweisen, derentwegen man nichts tun könne. So kommt keiner voran.

Wir sollten auch über diese Annahme noch ausführlicher diskutieren. Zu befürchtendes Ergebnis ist bei Stellvertreterparteien jedenfalls immer: eine Bevölkerung/Mitgliedschaft, die nur noch aus undifferenzierten Wünschen und mehr oder weniger bodenlosen Enttäuschungen besteht. So lässt sich weder politisch noch ökonomisch etwas erreichen. Von „einfacher Haben“ (Du schreibst eine Partei hätte es) kann da keine Rede sein.

Natürlich gibt es keinen Zusammenhalt der Strömungen, wenn sie alle um das idiotische Ziel des „richtigen Weges“ zu Mehrheiten und Macht konkurrieren. Im Gegenteil, natürlich bekämpfen sie sich dann alle. Deshalb schlage ich ja ein anderes Ziel vor: Können wir uns auch gegenseitig helfen, ohne uns auf dem angeblich „richtigen“ und selig machenden (endlosen) Weg zu Mehrheiten und Macht gegenseitig zu beharken? Gegen einander erreichen wir mit Sicherheit nur das Gelächter unserer Gegner. Mit Gegner meine ich die, die uns für IHRE Ziele einspannen.

Mal ganz verkürzt: es geht nicht ums Wählen, es geht ums tun.

Und „Wenn wir es schaffen würden, alle Nichtwähler zu vereinigen“, wären wir keine ernst zu nehmende Macht, sondern ein beliebiger Haufen, der neben sehr ernst zu nehmenden Menschen auch alle Links- und Rechts-Radikalen mit zusätzlich unzähligen manchmal bis zum Geht-nicht-mehr versponnenen Einzelgängern „vereinigt“ ... aber nicht vereinigen kann, weil jeder etwas anderes will. Der ganze Traum von der „Einheit“ ist eine Fatamorgana, eine Luftspiegelung, so lange wir nicht den mühsamen Weg gehen, uns von unten her unter einander zu einigen. Da können oft schon wenige einiges bewirken. Und wenn man da wartet, bis man die (nationale oder europäische) „Mehrheit“ auf seiner Seite hat, kann man sich sicher sein, dass wir das genau so wenig erleben, wie alle Generationen vor uns.

Die Frage ist doch, was wir JETZT schon tun und erreichen können ... möglichst nicht auf Kosten anderer. Ich würde die komplizierte Diskussion mit Hans Tatzel nicht führen, wenn ich nicht fände, er bemüht sich wenigstens um Ziele, um die man sich bemühen kann, ohne immer erst Unerreichbares (jedenfalls vor dem TUN Unerreichbares) voraussetzen zu müssen. Und TUN können wir nur etwas zwischen uns ... nicht über die Stellvertreter, die dann IHREN Reibach daraus machen. Bleibe ich verständlich?

Martin.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast-Freund
Gast





BeitragVerfasst am: 18.12.2006, 10:22    Titel: Wie denn nun konkret Antworten mit Zitat

Hinsichtlich ALTERNATIVE ist meines Erachtens die Frage nach Inhalten
einer solchen Partei natuerlich die Haupt-Frage: was ist Alternativ
oder besser: welche Alternativen zum Bestehenden lassen sich erarbeiten.

Es geht hier nicht allein um Gut oder Schlecht, sondern : was waere
eigentlich BESSER, aber nicht ausschliesslich fuer mich sondern fuer eine
Mehrheit von Betroffenen.
Beispielsweise gehoere ich nicht ( mehr )zu den Arbeitslosen, mache mir
aber sehr viele Gedanken um die Moeglichkeiten fuer die, von Arbeitslosigkeit
Betroffenen.
Dabei taucht automatisch die Frage von Ursache und Wirkung auf.
Wenn nun z.B. eine Firma in den roten Zahlen gelandet ist und beschliesst,
durch Entlassungen wieder in die Schwarzen zu kommen schiebt sie automatisch
diese Menschen nach Nuernberg, in die so SUPERMODERNE Arbeitslosenverwaltung
(oder heisst die jetzt anders...???).
Fuer mich heisst das: sie greift mir, dem Steuer-Buerger direkt in die
Tasche um sich sanieren zu koennen. Und das soll fuer IMMER so bleiben ???
Hier faengt meine Frage nach Alternativen an.
Denn, die Verantwortlichen der Politik haben bisher diesem Treiben tatenlos
zugeschaut und jammern jetzt auch noch ueber die ach so vielen fehlenden
Gelder in den Kommunen. Fuer mich stellt sich auch hier die Frage: Wo sind
denn eigentlich die Steuergelder geblieben ? Diese Frage findet man auch
beim Bundes-Rechnungshof.
Also, ich finde, es lohnt sich allemal, ueber Alternativen nachzudenken,
so sachlich, wie moeglich und so idealistisch, wie noetig und zwar innerhalb
des menschlichen Beisammenseins, in dem ich mich befinde.
Ich bin ueberzeugt, so kann sich die Zukunft gestalten lassen - nicht durch,
wie immer geartetes Geschwaetz - klar muss man Mehrheiten finden,um etwas
erreichen zu koennen, jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt(Binsenweisheit)
Weshalb eigentlich nicht?..........DIE ALTERNATIVE.ZUKUNFT ??????????????
Mit bestem Gruss an Alle hier
Nach oben
M. Reinhardt
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.02.2006
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18.12.2006, 16:40    Titel: Was tun Antworten mit Zitat

Lieber Frank,

das mit dem Nicht-Wählen hat mehrere Seiten. Wenn man ganz persönlich nicht wählt, hat das (wie das Wählen überhaupt) wenig Auswirkungen, da die einzelne Stimme in der Zahl aller anderen Stimmen weitgehend untergeht. Wenn viele nicht wählen, gibt es zwar ein paar Krokodilstränen bei den großen Parteien, weil das im Sinne der Reklame gut klingt. In Wirklichkeit erhöht sich dadurch aber ihr prozentualer Anteil, ist also für die größeren Parteien nur von Vorteil. Wenn man als Protestwähler kleine Parteien wählt, interpretieren die das in aller Regel als Zustimmung zu ihrer Vision von Politik, dabei wollte man nur seinen Protest ausdrücken. Beides führt also zu Fehlinterpretationen auf Seiten der „Macher“.
Trotzdem tendiere auch ich dazu, nur Parteien zu wählen (und ihre Wahl anderen zu empfehlen), von deren Praxis man überzeugt ist. Immerhin bekommen die Parteien für jede Stimme, die sie bekommen, Geld aus dem Steuerhaushalt.
Das alle Parteien behaupten, sie täten ganz, ganz viel für das Gemeinwohl, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit. Wenn sie das nicht zumindest behaupten, brauchen sie gar nicht erst zur Wahl antreten. Problematischer ist, dass sie zumindest zwischen den Zeilen behaupten, dieses Gemeinwohl ließe sich nur auf dem Umweg über sie (jeweils diese Partei) betreiben. Und das zumindest ist pure Anmaßung.
Es stimmt, dass die Parteien oft viel versprechen („blühende Landschaften“ zum Beispiel). Dass die Parteien „nichts tun“, kann man eigentlich nicht behaupten. Sie tun immer eine ganze Menge für sich und ihr unmittelbares Klientel ... vor allem für ihre Postenträger. Und wenn sie dann für die Bevölkerung nichts oder nicht viel erreichen, so finden sich immer „Schuldige“ außerhalb (zum Beispiel alle bösen Konkurrenten), die den Erfolg angeblich verhindert haben. So kann man sich immer herausreden und hat man auch immer neue Munition für das Sich-gegenseitig-Bekämpfen. Das bestehende politische System ist also ziemlich wasserdicht und große Veränderungen zum Guten sind da vermutlich von keiner Seite zu erwarten.

Meine „politische Arbeit“ reduziert sich im Moment vor allem darauf, mit möglichst vielen Menschen darüber zu diskutieren, was wir „trotz alledem“ tun können. Ich habe die Möglichkeit, relativ viele Menschen darauf anzusprechen. Darunter ist mir noch niemand begegnet, der Lust gehabt hätte, in eine Partei einzutreten oder sie zu unterstützen. Das war schon zu den relativ guten WASG-Zeiten so. Das ist nicht mein Einfluss sondern eine offensichtlich sehr verbreitete Einstellung überhaupt. Man verspricht sich ganz allgemein nichts davon und möchte deshalb auch nicht „mitmachen“. Wenn ich dann sage, aber wir müssten etwas tun, wir können nicht nur zusehen, wie alles schlechter wird, wird das Interesse schon manchmal etwas größer. Sie wollen dann (ähnlich wie Du) wissen, was ich denn damit meine. Nun gut, helfen kann man sich nur, wenn man sich etwas besser kennt und weiß, was der/die andere braucht.

Das ist natürlich in einem Forum etwas schwieriger, denn wir tauschen hier ja nur Gedanken und Einschätzungen aus. Trotzdem denke ich, dass wir uns helfen können. Ich denke, dass unsere (selbstverständlich auch meine) Gedanken, Einschätzungen und Vorschläge noch sehr verbesserungsbedürftig sind. Das merke ich eigentlich in jeder Diskussion, die ich führe. Vor allem brauchen wir gute Analysen über die Ursachen der gegenwärtigen Missstände. Es geht ja auch darum, nicht nur die Symptome der Schwierigkeiten anzugehen sondern auch auf die Ursachen zu zielen. Deshalb komme ich immer wieder auf die Konkurrenz zwischen uns allen zurück. Wenn wir die nicht überwinden, haben wir (vermute ich) keine Chance. Bleibe ich verständlich?

Gruß, Martin.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elaboratus.de Foren-Übersicht -> Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Elaboratus,

die Infoseite für Interessierte


Elaboratus bedeutet laut Wikipedia = sorgfältige Ausarbeitung
../Impressum 2007 - Hunold Druckversion | Awstats | Nutzungsbedingungen | Datenschutz